Tagung "Kunst als Schutzraum"

 

Musik, Bewegung und Sprache in der Arbeit mit Geflüchteten

Freitag, 5. Mai und Samstag, 6. Mai 2017

Flyer der Tagung (PDF-Datei)

Der Umgang mit Geflüchteten beschäftigt derzeit ganz unterschiedliche Gruppen unserer Gesellschaft. Pädagogen und Künstler spüren oft eine besondere Verantwortung, sich dieser Herausforderung zu stellen, gilt es doch, Menschen mit unterschiedlichen kulturellen und sprachlichen Wurzeln in Kontakt zueinander zu bringen und sie gesellschaftlich zu integrieren.

Die gemeinsame Veranstaltung der Elementaren Musikpädagogik an der Hochschule für Musik und Theater München (Organisation: Christa Coogan und Prof. Dr. Andrea Sangiorgio) und des Instituts für Musikpädagogik an der Ludwig-Maximilians-Universität München (Organisation: Prof. Dr. Alexandra Kertz-Welzel und JProf. Dr. Julia Lutz) bot am 5. und 6. Mai 2017 einen Einblick in die vielfältigen Möglichkeiten der künstlerisch-pädagogischen Arbeit mit Geflüchteten.

Adressaten waren alle, die in verschiedenen Zusammenhängen und Bereichen mit geflüchteten Menschen zu tun haben oder sich auf eine entsprechende Arbeit vorbereiten – darunter insbesondere Studierende, Lehrkräfte und im außerschulischen Bereich tätige Pädagogen und Künstler. Dementsprechend bunt setzten sich die mehr als 70 Teilnehmer zusammen, die bei dieser Veranstaltung miteinander in regen Austausch traten.

Spürbares Ziel der Tagung war, durch die Auseinandersetzung mit erfolgreichen Konzepten und Projekten aus dem musik- und tanzpädagogischen Bereich neue Impulse für die praktische Arbeit zu geben und Möglichkeiten der Vernetzung zu bieten sowie das ästhetische und pädagogische Potenzial von Musik, Bewegung/Tanz und Sprache herauszuarbeiten.

In einer vielfältigen Mischung aus Impulsreferaten und praxisbezogenen Workshops wurden Ansätze, die Musik, Bewegung/Tanz und Sprache miteinander verbinden, aus unterschiedlichen Perspektiven betrachtet sowie Chancen und Schwierigkeiten im Umgang mit dieser besonderen Zielgruppe diskutiert.

Vorträge, deren Bandbreite von konkreten Beispielen aus der kreativen Arbeit mit geflüchteten Kindern und Jugendlichen (Margit Papamokos, Kunstwerkstatt Refugio) über Deutsch als Zweitsprache (Prof. Dr. Anja Ballis, LMU), Tanzpädagogik (Prof. Dr. Haselbach, Universität Mozarteum/Orff-Institut Salzburg), Musikpädagogik (Prof. Dr. Alexandra Kertz-Welzel und JProf. Dr. Julia Lutz, LMU / Folkwang
Universität der Künste), Elementare Musikpädagogik (Prof. Dr. Andrea Sangiorgio, HMTM) bis zu Aspekten der Psychotraumatologie (Marlene Biberacher, Trauma-Institut Süddeutschland) reichte, stellten den wissenschaftlicher Rahmen zur Thematik dar.

Praxisorientierte Workshops wie eine Einführung in die arabische Musik (Ehab Fakhar, Abathar Kmash, Mohcine Ramdan, freischaffende Musiker, Musikgruppe JiSR), methodische Anregungen für den Gruppen- und Instrumentalunterricht (Clara Horbach und Franziska Böhm, HMTM) sowie die Arbeit mit Bewegung/Tanz und Theaterimprovisation (Christa Coogan und Doris Sophia Heinrichsen, HMTM) eröffneten den Teilnehmenden eine große Methodenvielfalt.

Am Samstag ermöglichten Christa Coogan und Prof. Dr. Andreas Kissenbeck, HMTM sowie Andrea Dietzel, Münchner Waisenhaus, im Impulsreferat „Kunst als Schutzraum“ einer interessierten Zuhörerschaft einen detailierten Einblick in ein Kooperationsprojekt der HMTM mit dem Münchner Waisenhaus.

Das besondere Anliegen der Tagung, nämlich die Begegnung mit Geflüchteten in München sowie die Gelegenheit zum produktiven Austausch und Dialog unter den Teilnehmern, wurde von allen Anwesenden begeistert aufgenommen.

Dazu trug die Vorstellung erfolgreicher Projekte im „Marketplace“ ebenso bei wie das köstliche Buffet, an dem sich alle vor dem gelungenen Ausklang des ersten Tages trafen. Diesen bildete ein energiegeladenes Konzert mit internationalen Beiträgen. Ein abwechslungsreiches, musikalisches Programm machte sicht- und vor allem hörbar, wie Musik Menschen verbinden kann und spiegelte auch jene Vielfalt wider, die das gesamte Tagungsprogramm prägte.

Als grundlegende Prinzipien für den Umgang mit Geflüchteten haben sich die Zentralität des Körpers und der Bewegung sowie das Konzept von Musik und Tanz als partizipative Praxen herausgestellt. Ebenso bedeutsam erwies sich der Wert der zwischenmenschlichen Beziehung in der interkulturellen Begegnung mit und unter den Geflüchteten sowie die Notwendigkeit einer hohen Flexibilität im didaktisch-methodischen Ansatz.

Perspektiven für die Zukunft, die von allen Teilnehmenden entworfen und gesammelt wurden, beschlossen eine spannende, gleichermaßen praxis- und wissenschaftsorientierte Tagung.

Besonderer Dank gilt den Sponsoren, die diese Tagung ermöglicht haben - die Carl Orff Stiftung, das Internationale Orff-Schulwerk Forum Salzburg und das Münchener Zentrum für Lehrerbildung – und allen Teilnehmenden, die zu ihrem Erfolg beigetragen haben.
 

Konzeptionsteam

Christa Coogan, M.A. (HMTM)
Prof. Dr. Alexandra Kertz-Welzel (LMU)
Prof. Dr. Julia Lutz (LMU/Folkwang Universität der Künste)
Prof. Dr. Andrea Sangiorgio (HMTM)

Veranstalter

Ludwig-Maximilians-Universität München (LMU) - Institut für Musikpädagogik
Leopoldstraße 13 - 80802 München
(U-Bahn: Linie U3 oder U6 - Haltestelle: Giselastraße)
www.musikpaedagogik.uni-muenchen.de

Hochschule für Musik und Theater München (HMTM) - Elementare Musikpädagogik (Institut IV)
Luisenstraße 37a - 80333 München
(U-Bahn: Linie U2 – Haltestelle: Königsplatz)
http://emp.hmtm.de/
www.musikhochschule-muenchen.de
 

Sponsoren

Wir bedanken uns bei den folgenden Sponsoren:

 

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